Tinnitus mit natürlichen Mitteln heilen

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Der Tinnitus (von lateinisch „Tinnitus aurium“, „Das Klingeln der Ohren“) ist ein Krankheitsbild, dessen Häufigkeit in der immer lauteren und hektischeren Umwelt leider beständig zunimmt. In diesem Artikel stelle ich einige alternative Behandlungsmethoden und deren Hintergründe vor.

Ursachen des Tinnitus

Ein Tinnitus kann verschiedene Ursachen haben, zu den häufigsten zählen dabei der Hörsturz, das Knalltrauma und das Lärmtrauma. Ein Hörsturz wird durch diverse Faktoren begünstigt, in den letzten Jahren vermehrt Überlastung und Stress. Aber auch Mobilfunkstrahlung, ungesunde Ernährung, Drogenkonsum (allen voran Nikotin) und zu wenig Bewegung sind Faktoren die einen Hörsturz begünstigen können. Neben der akuten Verschlechterung der Hörleistung ist das Auftreten von Ohrgeräuschen, also dem Tinnitus, ein häufiges Symptom. Meist kommt es zu Spontanheilungen innerhalb weniger Minuten oder Stunden. Das hat bestimmt jeder schon einmal erlebt, z.B. nach einem Disko-Besuch.

Wenn jedoch die Hörstörung und die Ohrgeräusche einige Tage bleiben wundert sich der Betreffende, nimmt das Ganze aber meist erst einmal auf die leichte Schulter. Eine Untersuchung durch einen HNO-Arzt wird oft erst nach Wochen angestrebt. Leider sind die meisten HNO-Ärzte aber auch nicht viel schlauer, und verschreiben je nach Vorliebe ein Ginkgo-Extrakt, eine Infusionstherapie oder (wenn sie ganz fortschrittlich sind) die sog. „hyperbare Sauerstofftherapie“. Keine dieser Behandlungsmethoden hat eine Erfolgsquote, die über der Spontanheilung ohne Behandlung liegt, ich fasse sie aber trotzdem kurz zusammen.

Schulmedizinische Behandlungsmethoden

Das Ginkgo-Extrakt fördert die Durchblutung des Kopfbereichs, also auch der Hörorgane. Damit wird versucht die Nährstoffversorgung des Innenohrs und der Hörzellen zu verbessern, und so deren Heilung zu begünstigen. Ein gutes Ginkgo-Präparat ist teuer, pro Woche ca. 25 €. Wenn man Glück hat wird es von der Krankenkasse bezahlt, ob es etwas bringt ist wie schon erwähnt nicht bewiesen.

Die Infusionstherapie besteht aus einer isotonischen Kochsalzlösung, der (je nach persönlicher Meinung des HNO-Arztes) noch Cortison oder andere Chemikalien zugesetzt werden. Das Ganze wird dem Patienten dann zehn Tage lang durch den Körper gepumpt. Man hofft, dadurch die Durchblutung des Innenohrs zu verstärken und damit eine Heilung der Hörzellen zu unterstützen. Das Cortison soll zudem eine Entzündung des Innenohrs verhindern, was vor allem nach physischen Verletzungen durch ein Knall- oder Lärmtrauma auftreten kann.

Bei der hyperbaren Sauerstofftherapie sitzt der Patient in einer Überdruckkammer und atmet über eine Maske reinen Sauerstoff. Durch den Überdruck wird eine stark gesteigerte Sauerstoff-Sättigung des Blutes erreicht. Das Ziel ist auch hier die Durchblutung (und damit Nährstoffversorgung) des Innenohrs und der Hörzellen zu erreichen. Der Patient wird außerdem kräftig zur Kasse gebeten, da die Behandlung nicht von der Krankenkasse bezahlt wird. Das sind pro Sitzung ca. 150 €, schlägt also bei zehn Sitzungen mit 1.500 € zu Buche.

Wenn diese Handlungsmethoden versagen (und das tun sie oft), dann kommt die ganze Palette der Pharmaindustrie und Schulmedizin zum Einsatz. Die psychologische Behandlung ist oft die erste Maßnahme, um vom „unkompensierten“ zum „kompensierten Tinnitus“ zu gelangen. Der Patient lernt dabei das Geräusch zu akzeptieren und sich davon im Alltag nicht mehr stören zu lassen. Beliebt sind auch Hörgeräte mit eingebauten Störsendern (sog. Maskern), die das Geräusch überdecken bzw. davon ablenken sollen. Gern wird auch Hypnose mit post-hypnotischen Suggestionen angeboten, wodurch das Geräusch ebenfalls aus dem Bewußtsein des Betreffenden ausgeblendet werden soll. Auch hier kann man eine Menge Geld ausgeben, und da der Leidensdruck bei einem Tinnitus entsprechend hoch ist, tun das auch viele Patienten. Der Markt ist außerdem voll von „Wunderheilern“ und selbsternannten Experten, die dem Betroffenen mit vielen hübschen Worten das Geld aus der Tasche ziehen wollen.

Ich empfehle keine dieser Behandlungsmethoden, da sie (wie in der Schulmedizin üblich) einfach das Symptom überdecken oder verstecken, dem Menschen das eigenständige Denken und Handeln abnehmen, und ihn als „dummes Zahlvieh“ behandeln statt einen Weg zu echter Heilung aufzuzeigen.

Alternative Behandlungsmethoden für Tinnitus

Erst einmal ein wenig Theorie. Meiner Meinung nach ist die erste Ursache für einen Tinnitus eine (wie auch immer geartete) Verletzung der Hörorgane, im speziellen der Hörzellen in der sog. Hörschnecke (lat. Cochlea), durch die die Tonwahrnehmung erfolgt. Durch sehr laute kurze (Knalltraum) oder länger anhaltende (Lärmtrauma) Geräusche kommt es zu einer Überlastung oder sogar Verletzung und in der Folge davon zu einer Dauer-Stimulation der Sinneszellen. Das führt dann zu diesem Phantomgeräusch, also dem sog. Tinnitus.

Da die Zellen für die Hochtonwahrnehmung ganz vorn in der Hörschnecke sitzen, ist der Hochton-Tinnitus zugleich der häufigste. Ist auch irgendwo logisch, da diese Zellen zuerst „getroffen“ werden wenn der Schall auf das Ohr trifft. Aber auch andere Zellen können betroffen sein, daher kommt es vor allem beim Ohrinfarkt (dem Hörsturz) zu einer ganzen Palette an Geräuschen. Das kann ein Brummen, Klopfen, Klappern, Säuseln, Rauschen oder sonst etwas sein. Einige Betroffene hören auch schrille, kreischende Töne oder so etwas wie „Morsezeichen“. Das kann sehr leise sein, aber auch die Lautstärke eines Düsenflugzeugs annehmen. Hier geraten dann die Überdeckungs- und Verdrängungs-Taktiken der Schulmedizin spätestens an ihre Grenzen.

Vom „akuten Tinnitus“ spricht man allgemein in den ersten drei Monaten, bis zu zwölf Monate ist er (laut Schulmedizin) noch „subakut“, danach dann „chronisch“. Zunächst sollte man sich daher von der schulmedizinischen Meinung frei machen – ein Tinnitus ist auch nach Jahren noch heilbar, und es kommt auch noch zu Spontanheilungen ohne jegliche Behandlung. Da es hier um sehr lange Zeiträume von einigen Jahren bis Jahrzehnten geht, gibt es natürlich keine empirischen Untersuchungen oder Studien – wenn man jedoch etwas herum fragt und in einschlägigen Foren liest, bekommt man ein realistischeres Bild von der Situation.

Die Meinung, daß der Tinnitus von überlasteten oder verletzten Hörzellen herrührt ist übrigens nicht unumstritten. Viele vertreten auch die Meinung, daß der Tinnitus ausschließlich im Gehirn entsteht, und daher eine Behandlung des Ohrs unsinnig ist. Ich erkläre mir das Ganze so, daß sich durch eine lang anhaltende Stimulation des Gehörnervs der Ton im Gehirn „festbrennt“, und das Gehirn dann entsprechende Synapsen/Verknüpfungen bildet, um den Ton dauerhaft „bereit zu stellen“. Daß das nicht das gewünschte Verhalten ist interessiert das Gehirn natürlich wenig 😉

Um dieser Ursache zu begegnen gibt es das sog. „Retraining“, bei dem der Patient z.B. jeden Tag über einige Stunden Musik über einen Kopfhörer hört, bei der die Frequenz seines Tinnitus ausgelassen wurde. Damit wird versucht dem Gehirn den Dauerton wieder ab zu gewöhnen, und es gibt auch erste Forschungsergebnisse, die eine entsprechende Änderung im Gehirn belegen. Eine ähnliche, sehr simple Methode ist das „Mitsummen“, wodurch dem Gehirn ebenfalls das Phantomgeräusch abgewöhnt werden soll. Auch hier wird davon ausgegangen, daß einige Hörzellen nicht mehr richtig funktionieren bzw. lange nicht funktioniert haben, und das Gehirn versucht diese Lücke selbst zu schließen, wodurch es dann zum Tinnitus kommt.

Fassen wir also zusammen: Der Tinnitus entsteht zunächst durch beschädigte oder verletzte Hörzellen, das Gehirn bildet nach einer (individuell verschiedenen) Zeitspanne eine „feste Verdrahtung“ für das Geräusch, welches daher zuerst durch die Nervenstimulation, später dann durch eine Anpassung im Gehirn (ohne dauernde Nervenstimulation) permanent zu hören ist. Daher bringt z.B. auch ein Durchtrennen des Hörnervs (wurde früher tatsächlich gemacht) nichts mehr. Das erste Ziel bei einem akuten Tinnitus sollte daher sein, die Nährstoffversorgung der Hörzellen zu verbessern und ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Gleichzeitig sollte der Hörapparat geschont werden, damit der Körper sich ganz auf die Heilung konzentrieren kann. Die drei Pfeiler sind also Versorgung mit Nährstoffen, Schonung der Hörzellen und Stimulation bzw. Unterstützung der Zell-Heilung.

Versorgung mit Nährstoffen

Als Sofortmaßnahme empfiehlt es sich, jeglichen Konsum von stimulierenden Substanzen wie Koffein, Nikotin und Alkohol zu unterlassen. Die erste Maßnahme ist eine verbesserte Durchblutung und Bereitstellung aller notwendigen Nährstoffe für die Heilung. Zur Steigerung der Durchblutung empfehle ich einen (oder mehrere) Einläufe mit isotonischem Salzwasser (18 g Ursalz auf zwei Liter warmes, dampfdestilliertes Wasser) und einen anschließenden Kopfstand. Die Einläufe verdünnen das Blut, da die isotonische Salzlösung direkt vom Darm aufgenommen wird. Der Kopfstand lässt das Blut naturgemäß in den Kopf fließen, was automatisch zu einer guten Durchblutung führt. Beide Maßnahmen haben noch zusätzliche positive Auswirkungen auf die Gesundheit, die ich hier aber nicht ausführen möchte. Wer körperlich nicht in der Lage ist einen Kopfstand auszuführen, oder diesen über längere Zeiträume halten möchte, dem empfehle ich einen sog. Inversionstisch. Das ist ein Gerät, mit dem man relativ entspannt über Kopf hängen kann, und das über viele Minuten.

Um eine verbesserte Nährstoffversorgung zu erreichen ist eine Umstellung der Ernährung (zumindest für einige Wochen) notwendig. Ich empfehle grüne Smoothies, vor allem mit Gurke, Stangensellerie und einem Stückchen Ingwer. Hier sollte zu Bio-Produkten gegriffen werden, da diese deutlich mehr Nährstoffe enthalten als konventionelles Gemüse. Der tägliche Smoothie (ca. 10 Minuten vor den Einläufen und dem Kopfstand) versorgt den Körper mit gut assimilierbaren Nährstoffen, die durch den anschließenden Kopfstand auch verstärkt an die richtige Stelle gelangen. Neben diesen Maßnahmen ist eine tägliche Bewegung an der frischen Luft sinnvoll, also leichter Sport wie Radfahren, Joggen oder Krafttraining.

Schonung der Hörzellen

Was tust du, wenn du dir in den Finger schneidest? Richtig, Salbe und Pflaster drauf, damit das Ganze heilen kann. Niemand würde auf die Idee kommen, mit der offenen Wunde Dinge anzufassen, und so deren Heilung erschweren bzw. unmöglich machen. Da man das Ohr nicht „zumachen“ kann wie die Augen, ist hier ein externes Hilfsmittel notwendig. Ich empfehle transparente Ohrstöpsel aus medizinischem Silikon, die das Ohr nicht komplett abdichten, sondern nur die Außengeräusche stark dämmen. Um eine Reizung der Gehörgänge zu vermeiden am Besten morgens einen Tropfen Mandelöl mit dem Finger ins Ohr einmassieren und danach die Stöpsel rein. Die Hörzellen brauchen alle Energie zur Selbstheilung, daher müssen sie langfristig geschont werden. Die Welt wird zwar für einige Wochen oder Monate etwas „dumpf“, aber eine Heilung der Hörzellen sollte die höhere Priorität haben. Die Stöpsel sollten daher morgens als erstes eingeführt und am Abend als letztes heraus genommen werden. Gerade in den ersten Wochen wird dadurch auch die sog. „Hyperakusis“, also die Geräuschempfindlichkeit stark gemildert.

Stimulation der Selbstheilung

Die Hörzellen sind Meister der Selbstheilung, jedoch brauchen sie dafür ausreichend Nährstoffe, eine entsprechende Schonzeit und die richtige Stimulation. Dafür empfehle ich ganz einfach Licht. So oft wie möglich natürliches Sonnenlicht auf das entsprechende Ohr (oder eben beide Ohren) scheinen lassen, damit die Zellen im Inneren ihre Energieproduktion (ATP Synthese) hochfahren und schneller heilen. Wer nicht die Möglichkeit zum täglichen Sonnenbad hat, oder die Heilung noch weiter unterstützen möchte, der kann sich einen „Low Level Laser“ besorgen, wie sie in der sog. LLLT (Low-Level-Laser-Therapie) angeboten werden. Diese Laser zielen darauf ab, die ATP-Produktion der Hörzellen zu stimulieren, so daß diese ausreichend Energie zur Verfügung haben um sich selbst zu heilen.

Fazit

Werden die drei Pfeiler berücksichtigt, ist eine Heilung der Hörzellen möglich. Diese kann von einigen Wochen bis zu mehreren Monaten dauern, und verläuft oft zyklisch. Das heißt, daß der Tinnitus zunächst schlimmer wird, man z.B. vermehrt Druck auf den Ohren spürt, und er dann kontinuierlich abnimmt. Dieser Zyklus kann sich mehrfach wiederholen, bis es zu einer vollständigen Ausheilung kommt. Die Behandlung sollte noch einige Wochen fortgeführt werden. Vor allem die Ohrstöpsel sollten weiterhin getragen werden, da die Hörzellen nach dem Verschwinden des Tinnitus noch sehr anfällig auf laute Geräusche reagieren.

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