Salbei (Salvia officinalis L.)

| Keine Kommentare

Eine ungemein nützliche Pflanze, der Salbei. Im folgenden Artikel gibt es ein kleines Pflanzenportrait und die häufigsten Anwendungsmöglichkeiten.

Pflanzenbeschreibung

Um es gleich vorweg zu sagen, der bei uns heimische, wildwachsende Wiesensalbei wird für arzneiliche Zwecke nicht verwendet, da sein Gehalt an ätherischen Ölen relativ gering ist. Hier bei uns kultiviert man die Salbeiart aus dem Mittelmeerraum (Salvia officinalis L.) und nutzt diesen als Küchen- oder Heilsalbei.

Der Name Salvia leitet sich vom lateinischen Wort für „heilen“ salvare ab.

Diese Arzneipflanze ist ein 20 bis 60 cm hoher mehrjähriger Halbstrauch, unten verholzt, oben krautig, mit einem vierkantigen, filzig behaarten Stengel.

Die Blätter sind elliptisch, länglich oder eiförmig, gestielt oder sitzend gegenständig am Stengel angeordnet, grünlichgrau und von unterschiedlicher Länge. Der Salbei verliert auch im Winter keine Blätter.

Die weißlich hellblauen bis violettblauen Blüten sitzen an den Enden der Triebe un zu lockeren Ähren geoordneten Quirlen. Die Blütezeit liegt im Juni und Juli.

Ernte

Das ganze Jahr werden die jungen Triebe und Blätter geerntet.

Durch den hohen Anteil ätherischer Öle in diversen Salbeiarten gibt es unterschiedliche Verwendungen. So wird der Heilsalbei (S. officinalis) als Küchengewürz verwendet und auch in der Heilkunde, etwa bei Halsschmerzen als Tee. Andere Arten (z.B. S. divinorum) enthalten halluzinogene Stoffe, die von manchen ebenfalls genutzt werden. Der in Deutschland verbreitete Wiesen-Salbei enthält kaum ätherische Öle und wird deswegen nicht genutzt.

Inhaltsstoffe des Salbei

Salbeiblätter tragen die für Lippenblütler typischen Drüsenschuppen, in denen das ätherische Öl gebildet wird. Salvia officinalis enthält 1 bis 2,5% ätherisches Öl.

Dalmatinisches Salbeiöl ist reich an Thujon (etwa 35 bis zu 60% Gehalt), einem Keton von mentholähnlichem Geruch.

Nennenswert sind als nichtflüchtige Inhaltsstoffe der Blätter noch Gerbstoffe in einer Konzen-tration von 3 – 7%, darunter Rosmarinsäure („Labiatengerbstoff“) sowie Bitterstoffe (Carnosol oder Pikrosalvin u.a.). Der Anteil der Pflanzenfarbstoffklasse Flavonoide (Luteolin u.a.) beträgt 1 – 3%, genannt werden außerdem Triterpene (Oleanolsäure und Abkömmlinge). Salbeiblätter reichern offenbar Eisen an, da die in den Blättern gefundenen 700 bis 800 ppm (mg pro kg) für eine Droge außergewöhnlich hoch sind. Auch der Magnesium- (ca. 4 ppm) und der Zinkgehalt (145 ppm) sind als überdurchschnittlich zu bezeichnen.

Eigenschaften & Wirkungen

Der Salbei wirkt antibakteriel, beruhigend, desinfizierend, entzündungshemmend, hustenmindernd, krampflösend , schweißhemmend und verdauungsfördernd. Ausserdem senkt er den Blutzuckerspiegel und wirkt menstruationsregulierend.

Der Salbei sollte nicht überdosiert werden weil sonst der Magen belastet wird. Von einer Einnahme während der Schwangerschaft wird abgeraten. Das enthaltene Thujon kann in hohen Dosen Halluzinationen verursachen.

Verwendungen

In der Volksheilkunde wird der Salbei bei Blähungen, Depressionen, Husten , Verdauungsstörungen, Wechseljahresbeschwerden und erhöhter Schweißbildung eingesetzt.

Zum Gurgeln bei Entzündungen des Zahnfleischs und des Mundbereiches.

Die bevorzugt frischen Salbeiblätter aber auch die getrockneten Blätter werden in der Küche als Gewürz verwendet. Als Nebeneffekt verlängert sich dadurch die Haltbarkeit der zubereiteten Speisen etwas und die Verdauung wird gefördert.

In der Kosmetikindustrie als aromagebender und antiseptischer Bestandteil.

Salbei Rezepte

Salbei-Lippenpflege

4TL Mandelöl 2TL getrockneten Salbei 1TL Bienenwachs 1EL Rosenwasser 5Tr. Salbeiöl

Mandelöl und Bienenwachs im Wasserbad langsam verschmelzen. Den getrockneten Salbei, das Rosenwasser und Salbeitropfen dazugeben, umrühren und 2Std. ziehen lassen. Das Ganze wieder bei niedriger Hitze erwärmen und in ein kleines Döschen füllen, dort dickt die Salbe ein.

Pasta mit Salbeibutter

Für 4 Portionen Zubereitungszeit: ca. 20 Minuten

6 frische Salbeiblätter 100 g Butter Salz, Pfeffer Parmesan 500 g Nudeln

1.Die Nudeln in Salzwasser bissfest kochen. 2.In der Zwischenzeit die Salbeiblätter waschen und grob hacken. 3.Die Butter in einer Pfanne erhitzen und die Salbeiblätter kurz darin andünsten. Die gekochten Spaghetti dazugeben. Alles mit Salz und Pfeffer würzen und, mit Parmesan bestreut, sofort servieren.

Dazu passt: frischer Salat

Woher kommt der Salbei-Duft?

Für den typischen Duft der Salbeipflanze sind ätherische Öle verantwortlich. Durch diesen wohlriechenden Duft lockt die Pflanze Insekten an, welche die Pflanze dann bestäuben und dir Pollen und Samen weitertragen.

In der Salbeipflanze sind folgende ätherischen Öle:

Thujon, Cineol und Campher, dessen Menge und Zusammensetzung allerdings sehr stark durch klimatische Bedingungen und Erntezeitpunkt beeinflusst werden.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.