Werden Sie “klar” während sie schlafen

Dieser Artikel ist Teil der "Wie man klarträumt" Serie. Wenn Sie den ersten Schritt ausreichend umgesetzt haben, und sich nun jeden Morgen an ihre Träume erinnern, können Sie dazu übergehen im Traum "wach" zu werden. Das hört sich zunächst etwas seltsam an, ist aber bei näherer Betrachtung recht einleuchtend.

Durch die gesteigerte Erinnerung aus Schritt 1 sollten ihre Träume schon zusehends “heller” geworden sein. Sie erinnern sich an mehr Details, sehen die Umgebung besser und können sich an ganze Gespräche aus den Träumen erinnern. Doch sie sind weiterhin nur ein Darsteller in ihrem Traumgeschehen, ohne daß sie besonderen Einfluss darauf nehmen könnten. Um dies zu ändern, müssen sie lernen ihren Zustand und ihre Wahrnehmungen kritisch zu beurteilen. Sobald sie im Traum bewusst feststellen daß sie tatsächlich träumen, sind sie in der Lage aus dieser Konsequent ihren Nutzen zu ziehen. Normalerweise erhellt diese Erkenntnis gleichzeitig die ganze Traumszene – es wird buchstäblich “taghell” in ihrem Bewusstsein.

Es gibt eine Reihe von Techniken, die den Grad der Klarheit noch weiter steigern können, doch dazu später mehr. Zunächst möchte ich Ihnen einige Methoden näherbringen, mit denen sie zu einem kritischen Bewusstsein gegenüber ihrer (Traum-)Umgebung gelangen können.

Die kritische Frage – Stellen Sie sich mehrmals (5 – 10 mal) am Tag vor, sie würden jetzt gerade träumen. Konzentrieren sie sich auf ihre Umgebung, stoßen sie dabei auf Ungereimtheiten? Was ist in der nahen Vergangenheit passiert? Stoßen sie hier auf Erinnerungslücken? Oder befinden sie sich vielleicht an einem Ort den sie gar nicht kennen, und von dem sie nicht wissen wie sie dort hin gekommen sind? Wenn bei der Beantwortung dieser Fragen auch nur kleine Zweifel aufkommen, sollten sie sehr genau prüfen ob sie gerade träumen oder wachen!

Die Realitätsprüfung – Zusätzlich oder statt der kritischen Frage können sie einen oder mehrere Realitätstests durchführen. Ein sehr guter Test ist z.B. durch die zugehaltene Nase zu atmen. Im Traum funktioniert dies in den meisten Fällen, im Wachleben natürlich nicht. Ich schreibe “meisten Fällen”, da ihr Bewusstsein ihnen im Traum auch oft den ein oder anderen Streich spielen kann. Daher empfehle ich, weitere Realitätsprüfungen vorzunehmen wenn sie sich nicht absolut sicher sind, daß sie gerade träumen oder wach sind.

Eine weitere gute Prüfung ist das Durchdringen von Wänden oder Gegenständen mit den Händen oder Fingern. Im Traum versinkt die Hand (meistens) in der Tischplatte oder der Wand wenn sie kräftig dagegen drücken. Ein deutliches Zeichen dafür, daß sie sich gerade im Traum befinden.

Ein dritter Test ist die Überprüfung ihrer telekinetischen (oder sonstigen geistigen) Fähigkeiten. Wenn sie im Wachleben nicht über derartige Talente verfügen, so sind diese im Traum höchstwahrscheinlich vorhanden. Versuchen sie, nahestehende Gegenstände durch Vorstellungskraft durch das Zimmer schweben zu lassen oder diese zu bewegen. Wenn es klappt haben sie entweder spontan enorme Geisteskräfte entwickelt, oder sie träumen.

Die Suggestion – Sie können sich selbst dazu bringen, im Traum kritischer und wacher zu sein, indem sie vor dem Einschlafen etwas denken wie “Heute Nacht wenn ich träume, werde ich erkennen, daß ich träume.” Zusätzlich steigern sie den Grad ihrer Wachheit, indem sie die Augen geöffnet lassen während sie auf dem Rücken liegen und einschlafen. Wenn die Augen zufallen, öffnen sie diese gleich wieder. Mit etwas Übung bleiben sie mit dieser Technik wach bis zu der Sekunde in der sie dann tatsächlich einschlafen. So retten sie etwas von der Klarheit ihres Wachbewusstseins in den Traumzustand herüber.

Geübte Klarträumer sind sogar in der Lage, direkt in einen Klartraum einzusteigen wenn sie einschlafen. Das Offenhalten der Augen ist eine Technik die dies ermöglicht. Eine andere ist, sich beim Einschlafen auf die sogenannten “hypnagogen Bilder” zu konzentrieren und dabei geistig wach zu bleiben. Während man einschläft und die ersten Traumbilder und Szenen aus dem Bewusstsein aufsteigen bleiben sie passiver Beobachter, und betrachten das Geschehen wie im Kino. Irgendwann stabilisieren sich die Bilder und werden zu längeren Traumszenen, in die sie mit eigener Übung direkt hereintreten können. Diese Art der klartrauminduzierenden Techniken werden übrigens als WILD (Wake-Initiation of Lucid Dreams), während man die Techniken mit Suggestionen und anschließenden Realitätsprüfungen als MILD (Mnemonic Induction of Lucid Dreams) bezeichnet.

Es gibt noch eine Reihe weiterer Techniken, und unzählige Tricks und Kniffe die dem angehenden Klarträumer helfen können die Effektivität zu steigern. Nach und nach werde ich diese hier vorstellen. Die oben genannten Techniken sind aber ein guter Anfang, und (soweit ich weiß) auch die, die am häufigsten genutzt werden.


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